Brustvergrösserung: Klassische Methode vs. Preservé® – was ist wirklich der Unterschied?

Apr 09, 2026
von Dr. med. Rosmarie Adelsberger

implantat-platzierungsmöglichkeiten

Warum die Methode oft wichtiger ist als das Implantat

Viele Patientinnen fokussieren sich bei der Brustvergrösserung primär auf Implantatgrösse und -form. Genau hier liegt ein häufiges Missverständnis: In der Praxis zeigt sich, dass die gewählte Operationsmethode einen mindestens ebenso grossen Einfluss auf das Ergebnis hat.

Mit der Preservé®-Technik ist ein Ansatz entstanden, der gezielt auf Gewebeschonung setzt. Gleichzeitig bleibt die klassische Brustvergrösserung der Goldstandard, wenn eine präzise Formgestaltung erforderlich ist.

Die zentrale Frage lautet deshalb nicht, welche Methode moderner ist, sondern welche medizinisch sinnvoll ist.

Klassische Brustvergrösserung: Warum weiterhin der Goldstandard?

Bei der klassischen Brustvergrösserung wird das Implantat in einer gezielt präparierten Tasche platziert. Diese kann entweder unter dem Brustmuskel (submuskulär bzw. Dual Plane) oder über dem Muskel (subglandulär bzw. subfaszial) liegen.

Der entscheidende Vorteil dieser Technik liegt in der chirurgischen Kontrolle. Durch die präzise Präparation kann die Implantatlage exakt definiert und aktiv an die gewünschte Brustform angepasst werden.

In der Praxis zeigt sich, dass diese Methode insbesondere dann überlegen ist, wenn die Ausgangssituation komplexer ist – etwa bei Asymmetrien, nach Schwangerschaften, bei erschlafftem Gewebe oder wenn das Gewebe im Dekolleté zu dünn ist.

Die klassische Brustvergrösserung ermöglicht die höchste Kontrolle über Form, Symmetrie und Implantatposition.

Preservé®-Methode: Was bedeutet „gewebeschonend“ konkret?

Die Preservé®-Technik verfolgt ein reduziertes chirurgisches Vorgehen mit dem Ziel, das Gewebe möglichst wenig zu verändern. Im Unterschied zur klassischen Technik wird weniger Gewebe gelöst und der Brustmuskel bleibt unberührt.

Die Implantattasche wird dabei häufig mithilfe eines speziellen Ballons schonend aufgedehnt, anstatt sie grossflächig chirurgisch zu präparieren. Das führt dazu, dass viele Patientinnen in den ersten Tagen nach der Operation weniger Schmerzen verspüren.

Die geringere postoperative Schmerzbelastung bei der Preservé®-Methode ist auch darauf zurückzuführen, dass der Brustmuskel nicht präpariert wird.

Gleichzeitig sind die technischen Möglichkeiten klar definiert. Die Implantate werden immer über dem Brustmuskel platziert. Eine Platzierung unter dem Muskel wie bei der klassischen Technik ist hier nicht möglich. Auch die Implantatgrösse ist limitiert und liegt in der Praxis meist bei maximal etwa 300 cc.

Die Preservé®-Methode ist auf eine begrenzte Implantatgrösse und eine Platzierung über dem Muskel ausgelegt, was vorgibt, bei welchen Patientinnen dieser Ansatz sinnvoll ist.

Platzierungsmöglichkeiten des Implantats



Platzierungsmöglichkeiten des Implantats visualisiert

Quelle: Motiva Preservé®

Medizinische Einordnung: Der eigentliche Unterschied liegt in der Strategie

Der zentrale Unterschied zwischen beiden Methoden liegt nicht im Implantat, sondern in der chirurgischen Strategie.

  • Die klassische Technik ermöglicht eine aktive Formgestaltung durch gezielte Präparation und Anpassung der Gewebestrukturen.
  • Die Preservé®-Methode reduziert diese Eingriffe bewusst und setzt stärker auf die vorhandene Anatomie.

In der Praxis bedeutet das: Je komplexer die Ausgangssituation, desto wichtiger wird die Möglichkeit zur präzisen Korrektur.

Für welche Patientinnen ist welche Methode sinnvoll?

Die Wahl der Methode hängt primär von der Anatomie und den ästhetischen Zielen ab – nicht von Trends. Ein entscheidender Faktor ist die Gewebedicke im oberen Brustbereich (Dekolleté).

Wenn das Gewebe dort sehr dünn ist, besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich das Implantat sichtbar oder tastbar abzeichnet (sogenanntes Rippling). In diesen Fällen wird das Implantat häufig unter dem Muskel oder in Dual-Plane-Technik platziert. Der Muskel wirkt dabei wie eine zusätzliche Schutzschicht und reduziert das Risiko sichtbarer Implantatränder.

Bei sehr dünnem Gewebe im Décolleté kann eine submuskuläre Implantatlage das Risiko für sichtbares Rippling deutlich reduzieren.

Diese Option besteht bei der Preservé®-Methode nicht. Sie eignet sich daher vor allem für Patientinnen mit klar definierten, einfachen Ausgangssituationen und guter Gewebequalität.

Die klassische Technik ist die bessere Wahl, wenn zusätzliche Korrekturen notwendig sind – etwa bei erschlafftem Gewebe, Asymmetrien oder wenn mehr Volumen gewünscht wird.

Für ein gutes Ergebnis braucht es die richtige Indikation

Ein gutes Ergebnis hängt nicht primär von der Methode ab, sondern von der richtigen Indikation. Entscheidend sind eine präzise Analyse der Anatomie, eine realistische Planung und chirurgische Erfahrung. Eine minimalinvasive Technik kann nur dann überzeugen, wenn sie zur Ausgangssituation passt. Andernfalls kann sie die Möglichkeiten unnötig einschränken.

Brustvergrösserung im Überblick

  • Eingriffsdauer: meist 45 bis 120 Minuten
  • Postoperative Schmerzen: abhängig von Methode und Muskelbeteiligung
  • Gesellschaftsfähigkeit: häufig nach wenigen Tagen
  • Sport: nach etwa 4 bis 6 Wochen

FAQ – Häufige Fragen von Patientinnen

Ist die Preservé®-Methode weniger schmerzhaft?

Häufig ja, insbesondere in den ersten Tagen nach der Operation. Der Hauptgrund ist, dass der Brustmuskel nicht präpariert wird.

Ist Preservé® besser als die klassische Brustvergrösserung?

Nein. Es handelt sich um unterschiedliche chirurgische Strategien mit klaren Möglichkeiten und Grenzen.

Welche Methode sieht natürlicher aus?

Beide Methoden können natürliche Ergebnisse liefern. Entscheidend ist die korrekte Indikation.

Welche Methode hat weniger Risiken und Nebenwirkungen

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Jeder chirurgische Eingriff, auch die Preservé-Methode, hat Risiken. Die Risiken steigen, wenn die Indikation nicht richtig gestellt worden ist und der/dem Chirurgin/en die nötige Erfahrung fehlt.

Kann jede Frau mit Preservé® operiert werden?

Nein. Die Methode ist auf bestimmte anatomische Voraussetzungen und kleinere Implantatgrössen beschränkt.

Wie treffe ich die richtige Entscheidung?

Die Entscheidung sollte auf einer fundierten medizinischen Analyse durch erfahrene Plastische Chirurgen basieren – nicht auf Trends.

Weitere Informationen zu Motiva Preservé® finden Sie hier: https://motiva.health/de/surgeons-preserve/

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