Aug 19, 2026
von Dr. med. Caroline Sophie Fritz
Die Brustvergrösserung zählt zu den sichersten und am häufigsten durchgeführten Eingriffen in der plastischen Chirurgie. Dennoch gibt es ein Thema, das Patientinnen verständlicherweise oft beschäftigt: die Kapselfibrose. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen dieses Phänomen näherbringen, die Angst nehmen und aufzeigen, welche modernen Möglichkeiten wir heute haben, um das Risiko zu minimieren und – sollte es dennoch auftreten – effektiv zu behandeln.
Nach dem Einsetzen eines Brustimplantates bildet der Körper als natürliche Reaktion eine zarte Hülle aus Bindegewebe um das Implantat herum. Diese Kapsel dient dem Körper zur Isolation des Fremdkörpers. Normalerweise ist diese Kapsel weich, dünn und für die Patientin nicht spürbar.
Von einer Kapselfibrose spricht man, wenn sich diese Kapsel krankhaft verdickt, vernarbt und sich im weiteren Verlauf zusammenzieht (kontrahiert). Dies führt dazu, dass das Implantat „eingeengt“ wird, was sich durch eine Verhärtung der Brust bemerkbar macht.
Die genauen Ursachen sind multifaktoriell. Es wird vermutet, dass die Entstehung durch eine immunologische Reaktion ausgelöst wird. Faktoren, die die Bildung begünstigen können, sind unter anderem:
Zur Einordnung des Schweregrades nutzen wir in der Fachwelt die sogenannte Baker-Klassifikation, die den Zustand für Ärztinnen und Ärzte objektiv beschreibbar macht:
Sollten Sie eine Veränderung der Haptik oder Form bemerken, ist eine professionelle Abklärung wichtig. Zur Diagnostik werden nach der fachärztlichen Untersuchung bildgebende Verfahren empfohlen:
Das Risiko für eine Kapselfibrose lässt sich durch moderne Standards heute deutlich senken und liegt in unserer Praxis bei unter 1%. Im Breast Atelier setzen wir auf:
Wenn Sie den Verdacht auf eine Kapselfibrose haben: Bleiben Sie ruhig. Es handelt sich dabei um keine lebensbedrohliche Erkrankung oder einen medizinischen Notfall.
Eine Operation ist keineswegs immer sofort notwendig. Oftmals beobachten wir den Verlauf gemeinsam. Sollte jedoch ein Leidensdruck durch Schmerzen oder eine starke ästhetische Deformation entstehen, planen wir den Eingriff in aller Ruhe. Das Ziel ist dann in der Regel der Austausch der Implantate und die Entfernung des vernarbten Kapselgewebes (Kapsulektomie). Sie können sich sicher sein: Wir finden gemeinsam eine Lösung, die Ihren ästhetischen Vorstellungen entspricht.
Ein häufiger Irrglaube ist, dass Folgekosten nach ästhetischen Operationen immer privat getragen werden müssen. Bei einer diagnostizierten Kapselfibrose (insbesondere ab einem gewissen Schweregrad) wird diese oft als behandlungsbedürftige Erkrankung eingestuft. In vielen Fällen übernehmen die Krankenkassen daher einen Teil der Kosten für die notwendige Korrekturoperation. Wir unterstützen Sie gerne bei der Beantragung und Kommunikation mit Ihrer Versicherung.
Haben Sie Fragen oder bemerken Sie eine Veränderung Ihrer Brust? Vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin zur Untersuchung direkt online – Vorsicht ist besser als Nachsicht. Unsere Fachärzte stehen Ihnen bei allen Fragen und Unklarheiten zur Verfügung.
Das Ärzteteam des Breast Ateliers besteht aus spezialisierten Ärztinnen und Ärzten für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie. Sie verfügen über mehrjährige Berufserfahrung und einen anerkannten Facharzttitel FMH.
Das Breast Atelier besteht aus Spezialärzten mit mehrjähriger Berufserfahrung, die unter der medizinischen Aufsicht von Dr. med. Cédric A. George, dem Gründer der weit über die Landesgrenzen hinweg renommierten Klinik Pyramide (heute Plastic Surgery Pyramide), stehen. Sein Zentrum für Plastische Chirurgie hat in der plastisch wiederherstellenden und ästhetischen Chirurgie die Standards hinsichtlich Qualität und Seriosität gesetzt.
Wissenschaftliche Quellen für weiterführende Informationen zum Thema Kapselfibrose:
Ajdic D, Zoghbi Y, Gerth D, Panthaki ZJ, Thaller S. The Relationship of Bacterial Biofilms and Capsular Contracture in Breast Implants. Aesthet Surg J. 2016 Mar;36(3):297-309. doi: 10.1093/asj/sjv177. Epub 2016 Feb 2. PMID: 26843099; PMCID: PMC5127460. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26843099/
Spear SL, Baker JL Jr. Classification of capsular contracture after prosthetic breast reconstruction. Plast Reconstr Surg. 1995 Oct;96(5):1119-23; discussion 1124. PMID: 7568488. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7568488/
Zahavi, A., Sklair, M., & Ad-El, D. (2006). Capsular Contracture of the Breast: Working Towards a Better Classification Using Clinical and Radiologic Assessment. Annals of Plastic Surgery, 57(3), 248–251. https://doi.org/10.1097/01.sap.0000221614.32176.9a
Newman, A. N., & Davison, S. P. (2018). Effect of Keller Funnel on the Rate of Capsular Contracture in Periareolar Breast Augmentation. Plastic and Reconstructive Surgery - Global Open, 6(6), e1834. https://doi.org/10.1097/GOX.0000000000001834
Li, DD., Lan, N., Zhao, P. et al. Advances in Etiology and Prevention of Capsular Contracture After Breast Implantation. Aesth Plast Surg 49, 1915–1926 (2025). https://doi.org/10.1007/s00266-024-04500-5