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Die Bruststraffung - Experteninterview

Die Bruststraffung: Experteninterview im Breast Atelier

Unser Experte Dr. med. Georg Noever beantwortet die wichtigsten Fragen rund ums Thema „Bruststraffung“.

 

Herr Dr. Noever, für wen ist eine Bruststraffung überhaupt geeignet?

Es gibt junge Frauen, bei denen von Natur aus eine Hängebrust seit der Pubertät besteht. Häufiger tritt das Problem des Hängebusens allerdings nach einer Schwangerschaft oder nach stärkeren Gewichtsschwankungen auf. In all diesen Fällen kann eine Bruststraffung sinnvoll sein.

 

Ab wann spricht man von einer Hängebrust? Können Frauen dem sogenannten Bleistift-Test überhaupt vertrauen?

Entscheidend für die Frage, ob eine Hängebrust vorliegt, ist das Verhältnis von Brustgewebe und Hautmantel sowie die Position der Brustwarze bezogen auf die Unterbrustfalte. Der Bleistifttest ist kein Kriterium. Ab einem mittleren Brustvolumen, zum Beispiel einem C-Cup, wird der Bleistifttest immer positiv sein, das heisst die Brust müsste angehoben werden, damit ein Bleistift in der Unterbrustfalte platziert werden kann.

 

Wie unterscheidet sich eine Bruststraffung von einer Brustverkleinerung?

Bei einer Bruststraffung wird der Hautmantel bei gleichbleibendem Volumen der Brust verkleinert. Das führt zu einer besseren, runderen Brustform und Anhebung der Brustwarzenposition. Bei einer Brustverkleinerung wird einerseits das Gesamtvolumen des Busens verkleinert, andererseits auch der Hautmantel gestrafft.

 

Wie läuft eine Bruststraffung ab?

Vor der Operation wird eine Einzeichnung auf der Brust vorgenommen, bei der das Ausmass der Hautstraffung sowie die neue Brustwarzenposition geplant werden. Der Eingriff findet unter Vollnarkose statt und dauert etwa zwei Stunden. In manchen Fällen wird die Straffung auch mit einer Vergrösserung mittels Implantat kombiniert. Die Brustwarze muss in den meisten Fällen versetzt werden. Die Schnitte werden mit resorbierbaren Fäden verschlossen.

 

Was passiert nach der Operation?

Die Nähte werden mit sogenannten Steristrip-Pflastern gut abgedeckt und bleiben bis zur Nachkontrolle rund zwei Wochen nach dem Eingriff auf der Haut. In manchen Fällen werden am Ende der Operation Drainagen eingelegt, um einem Bluterguss vorzubeugen. Diese werden in der Regel einen Tag nach der Operation wieder entfernt. Man kann auch bereits am Tag nach der Operation wieder duschen. Damit das Gewebe gut verheilen kann, empfehlen wir das Tragen einen Stütz-BHs für die Dauer von sechs Wochen. Auf Sport sollte man ebenfalls vier bis sechs Wochen lang verzichten.

 

Ist das Ergebnis direkt nach der Operation sichtbar und wie fühlt sich die Brust an?

Das Ergebnis ist unmittelbar nach der Operation sichtbar, wird sich aber im Verlauf der ersten drei Monate noch verändern. Die Brust ist in den ersten Tagen etwas geschwollen und sieht insgesamt praller aus, als sie effektiv sein wird. Das Endergebnis (Form, Narbenheilung) wird etwa nach sechs Monaten erreicht sein. Die Haut im unteren Bereich der Brust ist am Anfang häufig weniger sensibel. Die natürliche Empfindung kehrt in der Regel aber innerhalb einiger Monate wieder zurück. Auch die Brustwarze kann von der Sensibilitätsstörung betroffen sein.

 

Wie lange bleibt meine Brust straff?

Nach einer Bruststraffung wird die Brust wie gesagt zunächst recht straff und rund von der Form her sein. Entscheidend für die weitere Entwicklung ist aber dann die Qualität, Elastizität und Dehnbarkeit der Haut, also sehr individuelle Eigenschaften. Der Alterungsprozess lässt sich leider nicht aufhalten, aber man kann davon ausgehen, dass das Endergebnis während mehreren Jahren stabil bleibt, vorausgesetzt es kommen keine Schwangerschaften oder grossen Gewichtsschwankungen dazu.

 

Oft wird in den Medien von einem «inneren BH» im Zusammenhang mit Bruststraffungen gesprochen, was ist damit gemeint?

Mit einem inneren BH ist gemeint, dass entweder durch das Annähen des Drüsenkörpers an die Muskelfaszie oder durch das Vernähen der Unterhaut die Spannung, die durch das Gewicht des Drüsenkörpers im Stehen ausgeübt wird, aufzufangen. Derartige Techniken sind schon lange beschrieben, aber der Effekt ist nicht wirklich dauerhaft. Letztendlich ist es die Qualität des eigenen Gewebes, insbesondere der Haut, die für das Spätergebnis entscheidend ist.

 

Kann ich mir bei einer Bruststraffung auch gleichzeitig die Brust vergrössern lassen?

Wenn das eigene Brustvolumen zu klein ist, kann man durchaus eine Bruststraffung mit einer Brustvergrösserung vornehmen. Allerdings ist bei diesen Operationen das Risiko einer eventuell notwendigen Nachkorrektur höher als bei einer Bruststraffung alleine.

 

Kann eine Schwangerschaft das Ergebnis meiner Bruststraffung beeinflussen und wird es überhaupt möglich sein zu stillen?

Das Ergebnis einer Bruststraffung kann durch eine Schwangerschaft verschlechtert werden, da diese in der Regel zu einer deutlichen Vergrösserung des Drüsenkörpers führt, was wiederum den Hautmantel dehnen wird. Je nach Hautelastizität kann es somit sein, dass die Brust nach der Schwangerschaft wieder stärker hängt. Die Stillfähigkeit wird in den meisten Fällen durch eine Bruststraffung nicht beeinträchtigt.

 Dr. med. Georg Noever

Beratender Experte:  Dr. med. Georg Noever, Facharzt für Plastische, Wiederherstellende und Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie, war nach beruflichen Stationen in Düsseldorf und Köln zuletzt Chefarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie im Kantonsspital Aarau. Seit 2002 ist Dr. Noever Mitglied des Zentrums für Plastische Chirurgie der Klinik Pyramide am See und operiert seit 2014 auch im Breast Atelier.

Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind die Plastische, Wiederherstellende und Ästhetische Chirurgie, die Onkoplastische Chirurgie, Brustkrebschirurgie und Handchirurgie in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Plastische Chirurgie der Klinik Pyramide am See und dem Breast Atelier.